Literaturrecherche

 

Vernünftigerweise informiert man sich vor Beginn einer Doktorarbeit möglichst umfassend über die bisher veröffentlichten Arbeiten zu deren Thema. 

Wenn auch der Umfang der Veröffentlichungen vom Thema abhängt, sollten Sie möglichst mind. 70 Arbeiten gelesen haben - bei größeren Studien (etwa mit vielen Parametern) wird oft eine wesentlich höhere Zahl erforderlich sein. Nehmen Sie aus optischen Gründen alle in Ihr Literaturverzeichnis auf, denken Sie jedoch daran, dass Sie möglicherweise - z. B. im Rigorosum - nach deren Inhalten gefragt werden.

Am schnellsten und oft ergiebigsten startet man seine Literaturrecherche durch einen Besuch der Website

 www.pubmed.de.

Hier erhält man in wenigen Stunden bereits einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand des jeweiligen Forschungsgebietes. Meist kann man die Abstracts der jeweiligen Publikation ausdrucken und kann den Quellennachweis bereits in die Doktorarbeit übernehmen. Bei wichtigen Quellennachweisen sollte man aber unbedingt die Originalarbeiten nachlesen, die man sich meist in der Uni-Bibliothek besorgen kann.

Oftmals werden bei der Literaturrecherche Fehler gemacht; nachstehend einige dieser Fehler und Tipps zu ihrer Vermeidung:

o    Sich "totlesen"
      Es macht wenig Sinn, ständig mehr und mehr zu lesen und hinterher noch immer
      keinen Überblick zu haben. Nach wenigen Wochen oder Monaten hat man (leider,
      leider) oftmals wieder das vergessen, was man zuvor gelesen hat, und fängt wieder
      von vorne an.
 
      Abhilfe kann man dadurch schaffen, dass man einige Stichpunkte zu den einzelnen
      Artikeln aufschreibt. Ein Beispiel:
      Meier et al, NJM 1998: Studie mit 500 Pat. nach Herzinfarkt. Ergebnis: Mortalität
      wird durch ß-BLocker um 25 % reduziert. Risikofaktoren  für Re-Infarkt, BMI > 27
      und Diabetes.
 
      Schreibfaule schaffen sich hier ein Abkürzungsverzeichnis für die gängigen
      Begriffe ihres Themas (Mort=Mortalität, AMI=akuter Myokardinfarkt usw.). 
 
      Wenn man für alle gelesenen Abstracts und Artikel kurze Stichwörter in dieser 
      Weise zusammenfaßt, kann man z. B. schnell zitieren, wer welche Risikofaktoren 
      für einen Re-Infarkt gefunden hat.  Wenn Sie die Stichwörter in einer Datei mit 
      Suchfunkion (z. B. Word) speichern, können Sie ganz bequem innerhalb Ihrer Stich-
      wörter suchen.
 
o   Insbesondere hochrangige Zeitschriften zitieren
     Die meisten wesentlichen Erkenntnisse werden in den "großen" Journalen publiziert
     und nach einiger Zeit auch in den unbedeutenderen Zeitschriften aufgearbeitet.
     Es ist jedoch wesentlich aussagekräftiger und ratsamer, die Erstpublikation zu lesen 
     und im Literaturverzeichnis auszuweisen. So ist einem Beitrag im "New England
     Journal of Medicine" aus dem Jahre 2002 dem in einem südamerikanischen 
     oder westindonesischen (oder deutschen?) Journal mit gleichem oder ent-
     sprechendem Inhalt aus dem Jahre 2006 der Vorrang zu geben.
 
o   Eingabe von Suchwörtern
     Bei einer Literatursuche sollte man nicht zu wenige und zu globale Suchwörter ein-
     geben, weil man evtl. Tausende von Ergebnissen findet. Sie mögen zwar auch 
     interessant  sein, jedoch verliert man den Blick für das Wesentliche.
 
o    Suchmaschinen
      Für Suchen im Internet wird meist Google.de verwendet. Suchen Sie ergänzend
      auch mit  Lycos.com (Cave: amerikanische Version) - wahrscheinlich werden Sie
      zusätzliche (meist englischsprachige) Ergebnisse erhalten!

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