Ghostwriting und Plagiate

 

In den letzten Jahren hat es immer wieder Berichte über Plagiate und Ghostwriting bei Doktorarbeiten gegeben. Hierbei sind unterschiedliche Fälle bekannt geworden, bei denen sicherlich zum Teil Plagiate vorlagen und wissentlich Leistungen erkauft wurden oder einfach ganze Passagen von Doktorarbeiten irgendwo kopiert wurden. Dies ist natürlich gegen das Grundprinzip von Wissenschaft und Forschung und gehört zu Recht sanktioniert.

In anderen Fällen scheint aber der Plagiatsvorwurf systematisch genutzt worden zu sein, Konkurrenten – z.B. in der Politik - auszuschalten. Alleine der Vorwurf eines Plagiats belastet die Reputation eines potenziellen Kandidaten eines Amtes derart, dass alleine durch den Vorwurf der ganzen wissenschaftlichen Arbeit und auch dem Inhaber des Doktortitels – und wenn die Forschung noch so gut ist – ein „Gschmäckle“ anhaftet. Wenn der Doktorand dann auch noch – eventuell ohne es zu beabsichtigen – Fehler beim Zitieren gemacht hat oder andere Formfehler begangen hat, sehen sich die Universitäten – wohl auch unter dem Druck der Öffentlichkeit – gezwungen, den Doktortitel abzuerkennen, was den gesellschaftlichen und finanziellen Tod eines Arztes oder Politikers bedeuten kann.

Die Plagiatsvorwürfe werden offensichtlich auch von manchen Menschen systematisch genutzt, sich selbst zu profilieren; anders sind manche bizarren Auftritte in Talkshows nicht zu erklären. Ich möchte nicht weiter auf diese Thematik eingehen, empfehle aber allen Doktoranden, sauber wissenschaftlich zu arbeiten – auch im Sinne der Wissenschaft!

Die Universitäten haben reagiert und kontrollieren viele Doktorarbeiten mit Plagiatsprogrammen. Hierbei werden oftmals auch Standardsätze, die in allen Arbeiten gleich sind, gefunden. Es empfiehlt sich daher, vor Abgabe der Arbeit selbst einmal ein Plagiatscan durchzuführen und zu überprüfen, ob eventuell angegebene Textpassagen auch lege artis belegt wurden. Als Plagiatsscanner kann z.B. der von www.plagscan.com verwendet werden. Die Kosten für einen Scan liegen bei ca. 10 - 15 Euro, was aufgrund der Wichtigkeit der Thematik unbedingt investiert werden sollte.

Auch im Jahre 2015 gibt es noch Ghostwriter, die für ein Budget zwischen 10.000 – 30.000 Euro das gesamte Schreiben der Arbeit übernehmen möchten. Unglaublich, aber wahr – die Anbieter behaupten sogar, es sei völlig legal, wenn sie die gesamte Doktorarbeit verfassen, was völlig absurd ist.

Ich habe einmal eine solche Arbeit gesehen, die 10.000 Euro gekostet hat und derart peinlich schlecht war, dass diese Arbeit niemals zum Erfolg geführt hätte. Der Doktorandin wurde dann, weil sie doch tatsächlich diese Arbeit dem Professor vorgelegt hat, mit Schimpf und Schande die Arbeit entzogen. Ich kann ganz dringlich vor solchen unseriösen Anbietern abraten! Nicht nur, dass die Doktoranden den Grundgedanken der Forschung verraten – sie sind, auch wenn die Arbeit zunächst anerkannt wird, den Rest des Lebens erpressbar und riskieren jederzeit eine Aberkennung des Titels, Kündigungen und ihren finanziellen Ruin.

 

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